Das Geheimnis beim Palettentausch

Palettentausch beachten

Palettentausch was ist zu beachten

Ein Palettentausch findet bei jedem Transport an genau zwei Stellen statt.

 
In diesem Beitrag möchte ich auf beide Tauschstellen eingehen und Dir mögliche Risiken beim Empfängertausch aufzeigen.

Um diesen Sachverhalt besser beschreiben zu können, möchte ich dies anhand eines Beispiels durchspielen.

Angenommen ich als Transportunternehmen lade im Auftrag einer Spedition 34 Europaletten mit Ware in München. Diese Warensendung ist zu einem Empfänger in Berlin zu liefern.
 
Der Palettentausch wurde zwischen mir und der Spedition für welche ich in München lade vereinbart.

Aufgrund des vereinbarten Palettentausches wurde mir ein Tauschgeld im Frachtauftrag gewährt. Diese Extra Vergütung ist zwar nicht unbedingt sichtbar, aber diese Pauschale ist dennoch vorhanden.
Wir erinnern uns alle noch an die Mauteinführung vor Jahren. Da wurde auf jedem Frachtauftrag die Maut separat ausgewiesen. Heute, nach all den Jahren, wird die Maut, zu mindestens bei vielen Speditionen oder Versendern, nicht mehr separat ausgewiesen.

Stattdessen befindet sich unter jedem Frachtauftrag ein Preis, welcher einen „All in Umsatz“ ausweist. Das bedeutet, dass die Maut in diesem „All in Preis“ nach wie vor enthalten ist, diese aber nicht separat aufgelistet wird.
Und genau das gleiche Preisverständnis findet beim Palettentausch statt. Der Palettentausch wurde im Frachtauftrag vereinbart und mir als Frachtführer wird für den Tausch eine Pauschale gezahlt, welche im „All in Preis“ enthalten ist.

Diese Vergütung entspricht einem gewissen Teil meines Frachtgeldes. Angenommen ich bekomme für meinen Transport 620 Euro All in. Dann könnte in diesem „All in Preis“ ein Palettentauschpauschale von 25 Euro verankert sein.

Das bedeutet für mich, dass ich es für 25 Euro schaffen muss, den Palettentausch beim Absender „Zug um Zug“ abzuwickeln. Wenn ich dies nicht schaffen sollte und Paletten beim Absender schuldig bleibe, dann muss ich für 25 Euro, Paletten zu einem späteren Zeitpunkt wieder anliefern.

Diese Tauschpauschale ist aber in keinem Transportauftrag enthalten. Dies hat psychologische Ursachen, da ansonsten jeder nachrechnen würde, ob es sich lohnen würde für ganze 25 Euro einen späteren Palettentausch zu vollziehen.

Stattdessen sieht jeder einen möglichen Frachtpreis, rechnet diesen auf einen Deckungsbeitrag oder Umsatz je Kilometer herunter und bewertet diesen Frachtpreis als gut oder schlecht.
Die Folgekosten, welche beim Ausbleiben des Palettentausches entstehen, bezieht niemand mit ein.
Die Tauschpauschale von 25 Euro bedeutet aber auch, dass die Spedition, welche mir den Frachtpreis in diesem Umfang anbot und mit der ich den Palettentausch vereinbart habe, mir zusichert, dass ich alle Paletten beim Empfänger wieder bekomme.

Denn nur wenn ich alle Paletten beim Empfänger „Zug um Zug“ getauscht bekomme, kann dieser „All in Preis“ überhaupt gehalten werden. Wenn nämlich der Empfänger Paletten nicht Zug um Zug tauscht oder die Paletten nicht in selber Art und Güte tauscht, muss der Palettentausch zeitlich verschoben werden.
Das bedeutet für mich als Frachtführer, dass ich am Tag der Anlieferung keine Paletten bekomme und ich diese Paletten zu einem späteren Zeipunkt wieder abholen könnte.

Da ich aber mit meiner Spedition einen Frachtauftrag geschlossen habe, welcher den Palettentausch beinhaltet, wird somit klar, dass mir ein reibungsloser Ablauf beim Empfänger vergütet wurde.
Die Pauschale, welche im Frachtpreis zwar nicht sichtbar, aber dennoch vorhanden ist, garantiert mir als Frachtführer einen absolut reibungslosen Empfängertausch. Denn genau das wurde im Frachtvertrag vereinbart und auch vergütet.

Wenn jetzt der Empfänger nicht tauscht, weicht die Spedition, mein Frachtzahler, von seinen Frachtbedingungen ab. Er kann in diesem Moment seine Auftragsbedingungen nicht einhalten und hat mir einen viel zu kleine Pauschale für den Palettentausch bezahlt.

Ich könnte meinem Auftraggeber, der Spedition, jetzt Arglist vorwerfen. Ich könnte nämlich annehmen, dass die Spedition mir einen Frachtauftrag mit einem reibungslosen Empfängertausch nur garantiert hat um den Frachtpreis zu drücken. Aber selbst die Speditionen wissen oft nicht, dass der Empfänger nicht tauscht.
Ich könnte jetzt die Spedition anrufen und dieser mitteilen, dass der Empfänger nicht tauschen kann und den Preis für den zusätzlichen Aufwand neu verhandeln.

Ich könnte aber auch der Spedition mitteilen, dass der Empfänger nicht tauscht und die Spedition dazu auffordern, dass Sie die Paletten selbst abholt.
In diesem Fall müsste ich kein Geld zum Transportauftrag nachberechnen, da mein Auftraggeber, die Spedition, sich selbst um das Problem kümmert.

Egal wie ich mich entscheide, der Empfängertausch ist nicht das Problem des Frachtführers.

Es ist stattdessen die vertragliche Verpflichtung des Auftraggebers.
Mit einem Frachtauftrag, welcher den Palettentausch einbezieht, verpflichtet sich der Versender bzw. der Auftraggeber der Warensendung dazu, dass der Frachtführer, Paletten in gleicher Art, in gleicher Güter und in gleicher Anzahl beim Empfänger zurück erhält.

Falls sich beim Empfänger herausstellt, dass der Palettentausch nicht hundertprozentig vollzogen werden kann, verletzt der Auftraggeber, in meinem Fall die Spedition, Ihre eigenen Auftragsmodalitäten.

Ich muss dann als Frachtführer sofort reagieren und die Spedition entweder dazu anhalten, dass sie ihrer Tauschverpflichtung sofort nachkommt, den Frachtpreis neu verhandeln oder das Problem des Palettentausches an die Spedition übergeben.
Wie auch immer. Ich muss die Spedition sofort informieren.

Häufige Fragen:
Wieso wälzen viele Speditionen den Palettentausch beim Empfänger auf den Frachtführer ab?
Die Spediteure müssten das Problem des Empfängernichttausches eigentlich mit Ihren Kunden besprechen und es mit ihm klären.
Theoretisch müsste jeder Spediteur beim Ausbleiben eines Palettentausches seinen Kunden anrufen und mit ihm genau die gleichen Sachverhalte besprechen, welche der Frachtführer mit dem Spediteur besprechen sollte.
Aber dies tun die Speditionen nicht, da Kunden ansonsten schnell den Versandspediteur wechseln könnten und deshalb wälzt man das Problem auf den Frachtführer ab.

Was kann ein Frachtführer tun, wenn der Empfängertausch ausblieb?
Als Erstes sollte der Kunde, wie schon beschrieben, informiert werden.
Es empfiehlt sich dann das Palettenkonto des Kunden zu belasten und dem Kunden dann die Forderung zu zuschicken.
 
Es sollte dann natürlich auch darauf gedrängt werden das Palettenkonto zu bestätigen oder dass der fehlende Palettentausch unverzüglich ausgeglichen wird.

Zusammenfassung:
Der Palettentausch findet beim Absender und Empfänger statt
Bei einem vertraglich festgelegten Palettentausch verpflichtet sich der Frachtführer oder Subunternehmer alle Paletten beim Absender direkt zu tauschen. Der Auftraggeber, Versender oder Spediteur der Warensendung verpflichtet sich dazu, dass der Empfänger alle Paletten zurücktauscht.

Für den Palettentausch erhält der Frachtführer eine nicht sichtbare Pauschale im Transportauftrag.


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