Palettentausch beim Empfänger – Darauf solltest Du achten!

Palettentausch Worauf ist zu achten


Palettentausch achten

Wer kennt es nicht das Problem an der Rampe?

Zwei Menschen schauen sich eine Europalette an. Für den Einen ist diese defekt und somit unbrauchbar und der andere sieht eine funktionstüchtige Palette.

Entlade einmal in einer Zentralniederlassung eines Discounters und danach in einem Baumarkt. Die geforderte Palettenqualität beim Empfängertausch ist mitunter sehr unterschiedlich.

Lies hier die 5 wichtigsten Punkte zum Empfängertausch.

  1. Wer haftet für den Palettentausch beim Empfänger?
  2. Was musst Du beachten, wenn der Empfänger Dir Schrottpaletten zurücktauschen will oder er Dir aufgrund schlechter Qualität gar keine Paletten gibt?
  3. Was passiert, wenn laut Lieferschein Europaletten verladen wurden. Es stellt sich dann aber heraus, dass dies Einweg- oder Cheppaletten sind.
  4. Was ist zu beachten, wenn beim Empfänger generell nicht getauscht wird?
  5. Was ist bei Exporten zu beachten?

1. Wer haftet für den Empfängertausch?

Prinzipiell ist es so, dass beim Empfänger die Paletten getauscht werden, welche beim Absender übernommen wurden. Die Paletten, welche beim Absender übernommen wurden, gehören zur Ware. Falls der Empfänger die Ware gekauft hat, gehören ihm die Paletten.

Falls die Ware eine interne Umfuhr zwischen zwei Niederlassungen darstellt, gehören die Paletten ebenfalls dem Empfänger.
Falls es sich um eine Retoursendung handelt, gehören die Paletten ebenfalls dem Empfänger.

Es gilt festzuhalten, dass die Ladehilfsmittel, wie Europaletten, Gitterboxen oder alle Anderen immer zur Ware gehören. Da dem Transportunternehmen nie die Ware gehört, gehören ihm auch nie die Paletten.

Da die Ware vom Absender an den Empfänger verkauft wurde, die Paletten aber nicht mit verkauft wurden, steht der Empfänger in der Pflicht zu tauschen.

Dabei müssen Paletten in gleicher Art und Güte getauscht werden. Falls die Ware nicht auf versandfähigen Paletten steht, dürfen diese nicht getauscht werden.

Also immer, wenn ein Empfänger so etwas sagt, wie „Ich gebe Dir nur die selben Paletten zurück, welche Du mir gebracht hast.“, dann ist so etwas nicht rechtens. Denn Schrottpaletten dürfen nicht getauscht werden.

Falls allerdings vernünftige Paletten verladen werden und diese in leere Schrottpaletten getauscht wurden, dann gehören die Paletten nach dem Tausch dem Transportunternehmen.

2. Was musst Du bei Schrottpaletten beachten?

Schrottpaletten sind alle Europaletten, welche aufgrund Ihrer Eigenschaften sich nicht mehr zur Verladung eignen.

Falls Du bei einem Empfänger volle Schrottpaletten anlieferst und dieser diese nicht tauscht, muss dies quittiert werden. Der Empfänger schreibt also auf dem Lieferschein „kein Tausch, da Schrott.“ Wichtig ist, dass an dieser Schrottabschreibung eine Unterschrift zu sehen ist.

Viele Fahrer machen den Fehler, dass Sie sich die Unterschriften für den Warenempfang einholen, dann aber die Unterschrift für den Nichttausch beim Empfänger vergessen. Dann steht dort zwar, dass zwei Paletten aufgrund Ihrer Merkmale nicht tauschfähig waren, allerdings fehlt die Unterschrift direkt an der Abschreibung.

Nachdem der Warenempfänger diese zwei Unterschriften geleistet hat, existiert eine saubere Quittung und das Transportunternehmen kann sich bei seinem Auftraggeber entlasten.

Viele Unternehmen versuchen immer wieder den Empfängertausch auf das ausführende Transportunternehmen abzuwälzen und erzählen dann Dinge wie „Der Fahrer hätte bei Beladung die Palette abschreiben müssen.“ Dies ist nicht richtig, da bei Beladung der Empfängertausch nicht stattfindet. Man kann die Palette erst an dem Punkt abschreiben lassen, wo man auch wirklich die Grundlage hat diese einzufordern und dies ist beim Empfänger.

Was will man bitte schön mit einer Abschreibung beim Absender. Dort tauscht man nicht die vollen in leere Paletten. Dies findet erst beim Empfänger statt und deshalb muss auch erst der Empfänger quittieren, warum er den Tausch verweigerte.

Andere Auftraggeber beziehen sich auf eine Klausel in Ihren Frachtverträgen, dass der Tausch als vereinbart galt. Diese Unternehmen wollen sich ganz gern um die Verantwortung bringen, dass der Empfängertausch Sache des Auftraggebers ist.

„Der Tausch gilt als vereinbart“ bedeutet nämlich, dass der Absendertausch und der Empfängertausch vereinbart ist.

Das ausführende Transportunternehmen steht somit in der Pflicht beim Absender die geladenen Paletten in gleicher Güte und Anzahl zu tauschen und der Auftraggeber verpflichtet sich dazu, dass der Empfänger dies auch tut.

Tauscht der Empfänger diese Paletten nicht und das ausführende Transportunternehmen hat einen Nachweis über den Nichttausch, muss der Auftraggeber das Transportunternehmen entlasten.

3. Was musst Du bei Einwegpaletten beachten?

Das was, bei Schrottpaletten gilt, gilt auch bei Einwegpaletten.

Angenommen es werden laut Transportauftrag, laut Lieferschein 34 Europaletten übergeben und der Empfänger stellt fest, dass aufgrund fehlender Merkmale es sich nicht um Europaletten handelt, sondern um Einwegpaletten.
Dann quittiert der Empfänger den Nichttausct, genauso wie bei den Schrottpaletten.

Der Unterschied zu Schrottpaletten besteht darin, dass dann als Abschreibungsgrund der Verweis auf Einwegpaletten auftaucht.

Das Transportunternehmen besitzt dann wiederum eine reine Quittung über den Nichttausch und kann diese bei seinem Auftraggeber zur Entlastung einreichen.

4. Was musst Du bei Kundenpaletten beachten?

Als dritte Kategorie, weshalb tauschpflichtige Paletten nicht getauscht werden, sind Kundenpaletten.

Kundenpaletten werden immer dann ausgegeben, wenn der Empfänger diese mitsamt der Ware bezahlt hat und somit der Tauschpflicht entgeht.

Immer wenn laut Papier Europaletten verladen worden, der Empfänger diese aber nicht, aufgrund der fehlenden Tauschverpflichtung tauscht, muss dies ebenfalls auf Lieferscheinen oder Ähnlichen quittiert werden.

Dem auszuführenden Transportunternehmen reicht dies dann ebenfalls als Quittung aus.

Ganz konkret: Du lädst 32 Europaletten und fährst zum Empfänger und möchtest diese dort tauschen. Der Empfänger rückt keine Paletten raus. Stattdessen bekommst Du etwas zu hören, wie „bei dem Absender werden Paletten generell nicht getauscht.“

Dies ist schon ein Indiz dafür, dass es sich um Kundenpaletten handelt. Der Empfänger führt mit dem Absender selbst ein Palettenkonto. Also lass Dir bestätigen „Kein Tausch der Paletten, da es sich um Kundenpaletten handelt“. Die Quittung reichst Du bei deinem Auftraggeber ein und dieser entlastet Dein Palettenkonto.

5. Palettentausch in Nichttauschländer

Es kann vorkommen, dass Du Ware in Überseehäfen anliefern musst oder Du lieferst Ware bei einem anderen Versandspediteur an.

Wenn diese Ware dann vom Überseehafen oder Versandspediteur in ein Nichttauschland weiter verschickt wird, dann wäre es vom Hafen oder Versandspediteur äußerst fahrlässig Dir die Paletten zu tauschen. Er würde diese Paletten nämlich bei Zustellung nicht zurück bekommen.

In solchen Fälle handelt es sich um eine Abschreibung aufgrund von Exporten in Nichttauschländer.
Auch dies muss quittiert werden.

Jetzt fragst Du sicher. Das steht doch eindeutig auf den Papieren, dass die Ware beispielsweise nach China geht.

Nein steht es nicht immer.

Du als Transportunternehmen erhältst die Lieferscheine und einen Auftrag 34 volle Europaletten nach Hamburg zu liefern.
Somit besteht erst einmal in Hamburg die Tauschpflicht. Da diese Ware aber von Hamburg weiter verschickt wird, nach China, können die Paletten in Hamburg nicht getauscht werden.
Der Empfänger muss dies so quittieren.

Fazit:
Bedenke immer, dass die Palettenbuchhaltung Deines Auftraggebers die Paletten nur anhand von Quittungen bucht. Steht also auf einen Lieferschein 34 Europaletten, so buchen die Mitarbeiter dann 34 Europaletten in Dein Konto.

Wenn du Quittungen hast, dass von den 34 Europaletten drei Paletten aus den oben genannten Gründen nicht getauscht wurden, dann kannst du dich entlasten. Die Palettenbuchhaltung deines Auftraggebers muss dann 34 Europaletten belasten und Dir dann wieder 3 Europaletten gutschreiben.

Du selbst solltest für deine eigene Palettenbuchhaltung diese Vorgänge genauso buchen und dann reklamieren, falls es zu Abweichungen kommt.

Ich selbst buche genauso. Ich buche zuerst 34 Europaletten auf ein bestimmtes Fahrzeug von meinem Kunden und entlaste dieses mit einer sauberen Quittung.
Falls die Quittung nicht den oben genannten Kriterien entsprechen sollte, rufe ich zuerst den Fahrer an und erkläre ihm, worauf zukünftig zu achten ist.
Danach versuche ich die bessere Quittung nachzufordern.

Das Fahrzeug wird mit sauberer Quittung entlastet und der Kunde meines Kunden (Spedition meines Subunternehmens) wird um diese Paletten belastet. Wenn es dann zur Kontoabstimmung zwischen mir und den Auftraggeber meines Kunden kommt, kann ich meine Positionen mit dem Kontoauszug vergleichen und abhaken.



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