Der Ball muss ins Tor – Die Feedbackschleife im Palettenmanagement

Palettenmanagement Feedback

Endlich. Die Sommerpause ist vorbei und die Bundesliga fängt wieder an.

Zu diesem Thema fällt mir eine richtige coole Metapher ein.
Diese habe ich Vera Birkenbihl übernommen.

Die Pädagogin Vera Birkenbihl beschrieb es so:
Sie sah einen Jungen mit seinem Vater Fußball spielen.
Der Junge schießt auf ein leeres Tor.

Immer wenn er traf – schrie der Vater: „getroffen“.
Und immer wenn der Ball daneben ging – schrie der Vater ebenfalls: „daneben“

Warum erzähl ich dir das – was hat das Palettenmanagement zu tun?
Sehr viel. Ich schwenke gleich rüber- aber lass mich kurz weitermachen…

Was diese Situation beschreibt ist Feedback.
Der Junge bekommt Feedback von seinem Vater.

Dieses Feedback ist aber völlig überflüssig.
Der Junge sieht selbst, ob er getroffen hat oder nicht.

Jetzt stelle dir einmal eine neue Situation vor.
Stell dir vor zwei Fußballer trainieren.

Palettenmanagement-Fußball

Der eine Fußballer schießt auf ein leeres Tor.
Dieser sieht sofort, ob er getroffen hat oder nicht.
Er erhält somit unmittelbar ein Ergebnis seiner Handlung.

Ein zweiter Fußballer schießt ebenfalls auf ein Tor.
Aber mit einem klitzekleinen Unterschied.
Man stellt eine Wand oder eine Mauer vor das Tor.
Diese Wand registriert, ob dieser Fußballer getroffen hat oder nicht.
Die Auswertung seiner Ergebnisse erfolgt viel später.

Palettenmanagement-Tor

Der zweite Fußballer erhält somit kein zeitnahes Ergebnis zu seiner Handlung.

Jetzt lässt man beide Fußballer eine ganze Weile Torschüsse trainieren.
Nehmen wir an: 3 Monate lang.

Was meinst du, welcher Fußballer ist der bessere Torschütze nach drei Monaten?

Palettenmanagement-Auswertung

Du lernst nur etwas, wenn du umittelbar danach ein Ergebnis bekommst

Wir sind immer noch nicht im Palettenmanagement angekommen.
Aber versprochen, ich schwenke später über… :-)

Um irgendetwas zu lernen, musst du immer eine Bestätigung bekommen, ob das gelernte richtig ist.
Ansonsten irrst du im Dunkeln.

Natürlich ist der Fußballer welcher sofort sieht, ob er getroffen hat der bessere Fußballer.
Denn er bemerkt innerhalb von Sekunden. Ja der Ball ist drin. Und so muss ich weitermachen.

Oder der Ball ist eben nicht drin. – Ich muss meine Schusshaltung anpassen.

Meine Fragen an dich.

  • Wie oft gibst du Feedback?
  • Im welchen Zeitraum erfahren deine Fahrer, wenn sie Palettenschulden gemacht haben?
  • Wie lange dauert es bei dir – bis du deinen Fahrern mitteilst, dass ein Palettenschein falsch ausgestellt wurde?
  • Wie oft gehst du zu deinem Umschlagspersonal und redest über Fehlpaletten?

Und meine letzte Frage an dich:
Wer ist dann eigentlich Schuld, dass deine Leute immer wieder die gleichen Fehler machen?

So und jetzt sind wir im Palettenmanagement :-)

Im Palettenmanagement geht es vor allem um Zeit.

Wenn du nicht zeitnah Feedback gibst, werden deine Mitarbeiter sich niemals verbessern.
Du wirst immer wieder die selben Probleme bearbeiten.

Du beraubst deine Mitarbeiter um den Lernprozess.

Was ist nun zeitnah?
Wenn ein Fahrer Palettenschulden hat.
Ja dann brauchst du ihn, nach einem halben Jahr, nicht mehr darauf hinweisen.

Erstens wird er selbst nicht mehr wissen, was er falsch gemacht hat.
Somit wird er auch nichts lernen. Denn er weiß ja gar nicht, was er lernen soll.

Falls es sich um einen Fahrer handelt – welcher des Öfteren Palettenschulden macht.
Und dieser Fahrer dich vielleicht sogar um Paletten betrügt und diese selbst verkauft.
Na dann, hat der Fahrer nach einem halben Jahr die Ausrede:

  • „Weiß ich nicht mehr- ist zu lange her“
  • Oder „Den Palettenschein hast du bekommen“.

Je länger du wartest. Umso mehr Spielraum gibst du den Fahrer für Ausreden.

Wie schnell sollte das Feedback nun sein?

Beginnen wir bei mir.

Mein Unternehmen wickelt die Palettenbuchhaltung und -überwachung für diverse Transportunternehmen ab.

Und mit diverse Unternehmen meine ich:

  • Subunternehmen, welche für andere Speditionen fahren
  • Aber auch Unternehmen mit eigenen Kundenstamm
  • Und auch Transportunternehmen, welche sich über Frachtenbörsen selbst befrachten

Unterschiedliche Unternehmen und Abläufe- aber eine goldene Regel.

Wie sieht die goldene Regel aus?
Wir brauchen die Frachtpapiere innerhalb einer Woche.

Wir wollen kein Palettenbuchhaltungsunternehmen sein, ähnlich wie ein Steuerberater.

Nein unsere Aufgabe ist es Palettenverluste zu minimieren.
Nicht lediglich herauszufinden, wie hoch der Verlust ist.

Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, müssen wir:

  • Sehr schnell alle Paletten buchen
  • Sehr schnell Verluste auf den Fahrzeugen erkennen
  • Sehr schnell und gezielt mit den Fahrern sprechen
  • Sehr schnell Gegenmaßnahmen einleiten

Und falls du selbst Transportunternehmer bist und auch mit Palettenverlusten zu kämpfen hast-
Ja dann musst du diesen Prozess ebenfalls innerhalb einer Woche abschließen.

Bei einer längeren Durchlaufzeit musst du mit Palettenverlusten leben.

Und diesen ganzen Prozess kannst du dir als eine Art immer wiederkehrende Schleife vorstellen.

Die Feedbackschleife im Palettenmanagement

Das Prinzip ist einfach.

  • Zielen
  • Abfeuern
  • Messen
  • Ändern

Was ist mit diesem Prozess gemeint?
Stell es dir als eine Art Schleife vor.

Palettenmanagement-Feedbackschleife

An irgendeiner Stelle hakst du ein und los geht’s.

Zielen:
Du solltest dir dein Ziel überlegen.
Wenn du mit einem Mitarbeiter, über fehlende Palettennachweise sprichst, überlege dir vorher das Ziel des Gespräches.
Dann legst du dir die Worte zurecht, welche du sagen möchtest.

Abfeuern.
Nachdem dein Gesprächsziel und deine Wortwahl klar sind, feuerst du dein Feedback ab.

Messen:
An dieser Stelle stell dir selbst Fragen:
Wie hat der Fahrer mein Feedback aufgenommen?
Bin ich der Meinung, dass alles geklärt wurde?

Du bekommst irgendwann vom Fahrer neue Papiere.
Na noch die selben Probleme? Dann war dein Feedback schlecht.

Ändern:
Wenn du das Gefühl hast, es hat sich nichts am Problem geändert.
Dann ändere dein Feedback.
Es gibt unzählige Arten von Feedback.
Feedback kann Lob sein, kann aber auch Kritik sein, es kann aber auch neutral sein.
Versuche doch einfach mal die Herangehensweise zu ändern.

Und dann ziele neu, feuere ab, messe neu und dann ändere wieder ab.

Zusammenfassung:

  • Im Palettenmanagement triffst du immer häufiger auf wiederkehrende Probleme.
  • Eine häufige Ursache dieser Probleme ist fehlendes oder zu spätes Feedback.
  • Nur durch Feedback können deine Fahrer und Mitarbeiter überhaupt etwas lernen.
  • Beachte dabei unbedingt die Zeit.
    Je schneller du Feedback gibst, umso schneller und besser lernen die Mitarbeiter.
    Dadurch entstehen weniger Fehler und das gesamte Palettenmanagement läuft besser.

Na ich bin selbst offen für Feedback.
Wie hat dir dieser Artikel gefallen?
Vielleicht möchtest du etwas ergänzen oder etwas klären – Na dann hinterlasse doch ein Feedback unter diesen Beitrag. :-)