Richte für dein Palettenmanagement ein Beziehungskonto ein

Palettenmanagement Beziehungskonto

Sämtliche Mitarbeiter, welche Palettenmanagement betreiben, rutschen irgendwie in das Fachgebiet hinein
Oder sie werden durch äußere Umstände dazu getränkt.

Es gibt niemanden, welcher als Berufsziel Palettenbuchhaltung wählt.

Und die Menschen, welche Speditionskaufmann oder etwas Vergleichbares gelernt haben?
Auch diese tun sich schwer.

Alle versuchen das Palettenthema irgendwie zu vermeiden.
Und dann kommen Sätze wie,

  • Paletten sollten alle blau sein
  • oder Alles auf Kundenpaletten verladen
  • ganze Völkerstämme beschäftigen sich mit diesem Thema.

Ja all diese Sprüche kenne ich.

Das alles wäre nicht so schlimm.
Aber du bist die letzte Instanz.

  • Du bist abhängig davon, was Fahrer machen.
  • Du bist abhängig davon, wie du Papiere bekommst.
  • Und du bist abhängig vom Umschlagspersonal.

Also wäre es doch richtig cool, wenn all diese Mitarbeiter genau das tun würden – was du für ein richtig erfolgreiches Lademittelmanagement benötigst.

Und du hast weniger mit Problembekämpfung zu tun und mehr Zeit für Entspannung, Sonne und anderen Kram.

Also lass uns Menschen gewinnen.

Was ist also das zentrale Problem im Palettenmanagement?
Wieso ist es für sämtliche Beteiligte schwierig sich in diesem Thema zurecht zu finden.

Letztlich ist es auch nur Arbeit, oder?

Lass uns das Ganze einmal aus einer anderen Sicht betrachten.

Wie sieht’s bei dir aus?
Gibt es irgendein Gebiet, welches dir richtig viel Spaß bereitet.

Vielleicht ein Handwerk?
Oder klassische Literatur?
Oder vielleicht Sport, ein Musikinstrument?

Also was ist es?

Nein, die Frage ist falsch formuliert.
Sie sollte viel eher lauten: Warum ist es ausgerechnet das?

Warum interessierst du dich für dieses spezielle Fach bzw. Gebiet?

Sicher bist du darin besonders gut oder mindestens besser als der Durchschnitt.
Jetzt könnte ich sagen…. Genau aus diesem Grund tust du das.

Aber das glaubst du mir sicher erst einmal nicht.

Also bohre ich weiter :-)
Worin bist du besonders schlecht?
Welches Schulfach lag dir gar nicht in der Schule?

Wieso gefiel dir dieses Fach nicht?
Wieso warst du darin schlecht?
Meistens kommen jetzt Ausreden, wie falscher Lehrer, keine Lust oder Ähnliches.

Ich sage dir: Es fehlte einfach die Aussicht auf Belohnung.

Was meine ich damit?
Wenn du in einer Sache eher schlecht bist.
Dann bekommst du für diese Tätigkeit in unserer Gesellschaft normalerweise keine Anerkennung.
Es fehlt also die belohnende Anerkennung.

Und weil vielen Menschen diese Anerkennung nicht einmal in Aussicht gestellt wird, kapitulieren sie.

Nicht nur das. Sie wenden Vermeidungsstrategien an.

Jedes Mal, wenn etwas aufkommt, was im entferntesten mit diesem Horror-Unterrichtsfach zu tun hat – wird alles getan, um diesen Schrecken abzuwenden.

Noch ein Beispiel:
Spiel mit einem Kind irgendein Spiel. Nehmen wir Fußball.
Dem Kind zeigst du jetzt ganz deutlich, dass du besser bist, als es.
Du sagst dem Kind das auch ständig.
Du vermittelst dem Kind, dass es niemals eine Chance haben wird.

Was meinst du, wird Fußball der Lieblingssport des Kindes?
Na wohl eher nicht.

Die Aussicht auf Erfolg fehlt.

Wenn man jetzt alles geschriebene auf das Palettenmanagement anwendet.-
Zu welchem Schluss kommst du dann?

Menschen, welche vielleicht sich irgendwann einmal für Palettenbuchhaltung interessieren mussten, hatten Negativerfahrungen.

Vielleicht mussten diese sogar eine Menge Kritik einstecken.
Vielleicht haben sie etwas versucht- und es klappte nicht.

Wichtig dabei ist die Tatsache, welche Erfolgsaussichten in greifbarer Nähe waren.
Hat dieser Mitarbeiter erkannt, dass er mit einem richtigen Verfahren gewisse Probleme lösen könne.

Oder hat er lediglich verstanden, dass es niemals klappen wird, das Problem zu lösen.

Und dann kommt unser Super-Gehirn daher und entwickelt Vermeidungsstrategien.
Und diese Vermeidungsstrategien äußern sich in folgenden Sätzen.

  • „Klappt nie“
  • „Haben schon alles versucht“
  • „Hat auch früher nicht gestimmt“

Oder diese Menschen suchen das Problem außerhalb ihrer Möglichkeiten.
Diese Strategien erkennst du an folgenden Sätzen:

  • Der Kunde ist schuld
  • Die Fahrer betrügen.
  • Irgendjemand ist schuld. Ich bin’s aber nicht.

Versteh mich bitte nicht falsch.
Dieses Verhalten machen diese Menschen nicht absichtlich.
Und sie sind deshalb auch keine schlechten Menschen.

Ich selbst verwende ähnliche Strategien, bei anderen Problemen.
Ich möchte nur sicherstellen, dass wir beide uns zuerst auf das Problem einlassen.
Und dann eine mögliche Lösung basteln. :-)

Wie könnte die Lösung aussehen. Wie können dich andere Menschen im Palettenmanagement unterstützen.

Es ist eigentlich ganz einfach.

Wenn die Menschen Vermeidungsstrategien anwenden, gibt es dafür einen Grund.
Und dieser Grund ist: Es fehlt die Aussicht auf Belohnung.

Und mit Belohnung meine ich sicherlich nicht Geld.
Nein ich rede von Anerkennung.

Menschen sehnen sich nach Anerkennung.
Und was bekommen sie…

Na meistens nur Kritik.
Sei doch mal ehrlich.
Ein Fahrer macht meistens alles richtig. Jetzt passiert ein Fehler.
Und dann…

Na klar, du rufst ihn an. Und es hagelt Kritik.
Nicht schlimm. Bei Leuten, welche den Job schon ewig gut machen, geht das.

Ewig gut machen bedeutet:
Diese Menschen haben eine Menge positiver Erfahrungen.

Bei Menschen mit einer Menge negativer Erfahrung geht dies nicht.
Kritik wird sie weiter verstimmen und Vermeidungsstrategien setzen ein.

Bei Leuten, welche gerade erst anfangen, ist Kritik ebenfalls ziemlich blöd.
Denke bitte an das Kind und den Fußball.
Solche Leute verstimmt man dann.

Fakt ist:
Lob führt zu besseren Ergebnissen, als Kritik.
Denn die Leute wollen immer wieder diese Anerkennung empfangen.

Also lobe die Fahrer bei denen es läuft.
Und unterstütze die Mitarbeiter bei denen es nicht läuft.

Wie kannst du das am Sinnvollsten einsetzen?

Führe im Palettenmanagement ein Beziehungskonto.

Die Idee ist einfach.

Ich selbst habe von einem Beziehungskonto in dem Bestseller „Die 7 Wege zur Effektivität“ gelesen.

Es ist ganz einfach.
Ein Konto besteht aus Einzahlungen und Auszahlungen.

Jedes Mal, wenn du einen Menschen fair behandelst, lobst, ihn gut dastehen lässt – vermerkst du eine Einzahlung.

Immer wenn du selbstlos zu Jemanden bist, verbuchst du ebenfalls eine Einzahlung.

Immer wenn du unfair bist. Wenn du über jemand anderen schlecht redest…. Usw.
Dann kommt es zur Auszahlung.

Am Ende steht unten ein Saldo.
Entweder sind die Auszahlungen größer oder die Einzahlungen.

Und daran kannst du den Wert deiner zwischenmenschlichen Beziehungen erkennen.

Ich finde, es ist ein geiles Instrument.
Und ich persönlich setze mir auch Ziele.

Ein Beispiel:

  • Ich bemerke, dass ein Fahrer mit welchem ich zu tun habe, mich ignoriert.
  • Ich würde diesen gern anrufen und ihn zu Palettenproblemen der letzten Woche befragen.
    Er geht nicht ans Telefon.
  • Irgendwann ruft dieser zurück und murrt rum:
    „Palettenscheine habe ich dir alle gegeben.“
    „Kann ich nichts für, wenn du nicht buchst.“
    Der übliche Sch… eben.

Also beschließe ich, mich bei ihm beliebt zu machen.

  • Ich bringe Verständnis für seine jetzige Situation auf.
  • Ich sage ihm, dass ich verstehen kann, dass er aufgebracht ist.
  • Und ich versichere ihm, dass ich ihm vertraue und ich auch weiß, dass ihm diese Dinge in Zukunft nicht mehr passieren würden.

Und siehe da:
Die Stimmung kippt.
Wir arbeiten ab jetzt und für den Rest des Gespräches an der Lösung.
Und diskutieren nicht mehr über das Problem.

Ich lege auf und habe meine erste Einzahlung sicher. Geiles Gefühl :-)

Aber noch mehr.
Der Fahrer wird zukünftig auch mir vertrauen.
Bei Problemen wird er mich anrufen.

Er hat gelernt, dass er im Palettenbereich keine Vermeidungsstrategie anwenden muss.

Ich bin nicht blöd. :-)
Ich weiß selbst, dass es Fahrer gibt, welche ihr eigenes kleines Palettending durchziehen.

Aber selbst diese Fahrer ziehen dieses Ding nicht mir durch.
Bei diesen Fahrer stimmen ebenfalls die Konten.

Was bleibt zu sagen?
Wichtig ist, du führst mit jedem Menschen in deiner Umgebung ein eigenes Konto.

Durch diese Technik überprüfst du dich selbst.
Es geht dann auch nicht mehr darum, wie du behandelt wirst.
Das spielt keine Rolle im Beziehungskonto.
Das Einzige was dann zählt ist, wie du deine Mitmenschen behandelst.

Du kannst Ziele mit dir selbst vereinbaren:
In etwa so: Auf das Beziehungskonto meines Kindes möchte ich in den nächsten zwei Monaten einen Saldo von___.

Probiere es doch einfach mal aus.
Falls du seit Jahren auf die selben Probleme schaust, probiere es aus.
Mach den ersten Schritt und durchbreche den Teufelskreis.

Zusammenfassung:

  • Im Palettenmanagement stößt du auf Widerstände.
  • Nicht jeder Mitarbeiter bringt Verständnis für deine Arbeit auf.
  • Versuche doch das psychologische Muster hinter diesem Verhalten zu erkennen.
    Und dann durchbreche es.
  • Eine sehr geile Technik dafür ist das Beziehungskonto.
    Diese Technik kannst du auch außerhalb des Palettenmanagements anwenden.


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