Achte auf die Brandherde im Palettenkonto

Palettenkonto


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Ich vergleiche die Palettenbuchhaltung immer mit einem Brand. Mitarbeiter, welche mit Paletten zu tun haben, sind entweder Brandstifter oder Feuerwehrmänner.



Da Du diesen Artikel liest, zählst Du offensichtlich zu den Feuerwehrmännern.


Aber Feuerwehrmänner löschen nicht nur Brände – Vor allem verhindern sie welche.


Einen kleinen Brandherd, einen Brandursache, welche als kleine Flamme beginnt und zu einem Flächenbrand ausufern kann, möchte ich Dir in diesem Beitrag vorstellen.



In der Palettenbuchhaltung werden vornehmlich Paletten auf Palettenkonten gebucht.


Als Spediteur buchst Du Paletten auf ein Palettenkonto des Subunternehmens und du buchst außerdem auf ein Kundenkonto.


Das Subunternehmen wiederum führt ein Palettenkonto mit einem Fahrzeug und mit dem Spediteur.


Alle diese Palettenkonten weisen zu einem bestimmten Zeitpunkt einen gewissen Bestand auf.


Diese Bestände sind entweder positiv oder negativ.


Jeden Monat werden diese Palettenkonten dann zu den Tauschpartnern verschickt und entsprechend abgestimmt.


Entweder bestätigt Dein Tauschpartner, das Subunternehmer oder der Kunde, das Palettenkonto oder er beweist Dir anhand von Belegen, dass Deine Buchungen völliger Quatsch sind.


Falls einer deiner Tauschpartner recht hat und die Buchungen wirklich völlig falsch sind, korrigierst Du die Buchungen und lässt ihm ein neues Palettenkonto zu kommen.


So weit so gut.


Aber es gibt immer wieder Tauschpartner, egal ob Kunde oder Frachtführer, welche einfach gar nichts mit dem Konto machen.


Genau diese Partner solltest Du besonders überwachen.


Nehmen wir einmal an, du lässt ein Subunternehmen jeden Mittwoch bei einem bestimmten Kunden laden. Es handelt sich immer um 34 Europaletten.


Es werden deiner Meinung nach nie Paletten getauscht. Es werden somit in 50 Wochen oder in einem Jahr 1700 Europaletten beim Kunden abgeholt.


Du schuldest dem Kunden somit 1700 Paletten und Dein Transportunternehmen schuldet Dir diese 1700 Europaletten.


Nehmen wir einmal an, der Kunde möchte jetzt von einem Tag auf den anderen seine 1700 Paletten wieder haben.


Jetzt stehst Du vor der Wahl. Entweder kaufst Du 1700 Paletten und bringst diese zum Kunden oder Du zwingst dein Subunternehmen dazu, diese auszugleichen.


Eine weitere Möglichkeit besteht darin dem Subunternehmen diese Paletten zu berechnen und vom Erlös neue Paletten zu beschaffen, um den Kunden zu bedienen.


Jetzt möchtest Du die Paletten an das Subunternehmen berechnen, also diese verkaufen. Es stellt sich aber heraus, dass das Subunternehmen diese Paletten überhaupt nicht hat.


Es hatte diese auch niemals. Es stellt sich zu diesem Zeitpunkt heraus, dass beim Empfänger nicht eine einzige Palette getauscht wurde.


Der Subunternehmer hat sich nichts bestätigen lassen. Die Paletten sind dennoch beim Empfänger.


Der Unternehmer hat zwar Dein Kontoauszug jeden Monat bekommen, wollte Dir aber schon 12 Monate lang mitteilen, dass es beim Empfänger Probleme gab. Er tat es aber nie.

Wenn Du jetzt diese Paletten berechnest, schadest Du dem Transportunternehmen. Du berechnest diesem, Paletten, welche es nicht hat. Das Transportunternehmen bezahlt somit etwas, ohne den Gegenwert zu bekommen.


Man könnte jetzt zwar denken – „selbst schuld“. Aber vielleicht wird dieses Transportunternehmen für Dich nie wieder einen Transport fahren und du verlierst einen guten und ansonsten auch zuverlässigen Partner.


Ich gebe zu, dass diese Szenario etwas weit hergeholt erscheint. Aber es gibt immer wieder Touren, wo so etwas vorkommt. Im Laufe der Zeit fehlen dem Transportunternehmen enorm Paletten und am Ende kommt es zur Trennung.


Und genau hier fängt es mit einem kleinen Brand an und niemand kümmert sich darum und ganz zum Schluss entsteht ein Flächenbrand und beide Partner verlieren.


Da Du zu diesem Zeitpunkt die Paletten vom Transportunternehmen noch nicht hast und auch den Verkauf an das Transportunternehmen noch nicht realisiert hast, kannst Du entweder Paletten kaufen und somit den Betrag vorstrecken oder den Kunden hinhalten.


Egal wie Du dich entscheidest, entweder leidet Dein Geldbeutel oder die Kundenbeziehung.


Und das ganze fing eigentlich mit ein paar Paletten an, welche beim Empfänger nicht getauscht wurden und endet in einer kleinen Katastrophe.


Was hättest Du stattdessen tun können?
Wie jeder gute Feuerwehrmann hättest du den Brandherd am Anfang erkennen können. Als das Palettenkonto die ersten Bestände hatte und kontinuierlich anstieg, hätte man reagieren müssen.


Man hätte zu diesem Zeitpunkt den Druck auf den Subunternehmen erhöhen müssen, so dass die Informationen schneller fließen.


Nur durch schnelle Informationsweitergabe können diese Probleme von Anfang an beseitigt werden.


Es macht also nicht nur Sinn den Druck auf seine Partner zu erhöhen, sondern es ist auch in deren Interesse.


Denn es zählt in der Palettenbuchhaltung nicht nur ein Palettenkonto zu buchen. Du musst es auch überwachen und Maßnahmen finden, um Bestände zu reduzieren und das Risiko für alle Partner heraus zu nehmen.




Zusammenfassung:

In der Palettenbuchhaltung führen kleine Probleme oft zu großen Katastrophen. Oftmals ist der Grund dafür, dass Informationen nicht schnell genug oder nicht richtig fließen.


Damit Informationen schneller fließen, macht es Sinn den Druck auf Tauschpartner zu erhöhen. Dies kann die Androhung einer Rechnung sein und die Vereinbarung von Rückführungsplänen.


Wichtig ist die Erkenntnis, dass dieser Druckaufbau letztlich auch dem Kunden und dem Subunternehmen hilft.

Wenn Du mehr über ein Palettenkonto oder Palettenbuchhaltung erfahren willst, findest Du hier alle Artikel zu diesem Thema.


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